Aufbruch Fernost
Inzwischen musste auch die deutsche Stahlindustrie erkennen, dass der Weltmarkt für Koks von Peking dominiert wird. Die Zahlen sprechen für sich: Mit rund 200 Millionen Tonnen produzierte China im Jahr 2004 ca. 45 Prozent des Weltbedarfs - Tendenz steigend. Von den landesweit etwa 700 Kokereien erzeugten jedoch nur 31 Werke jährlich mehr als eine Million Koks. Eine Tatsache, die eine große Modernisierungs- und Erweiterungskampagne zur Folge hat, zu der auch Aufkauf und Demontage moderner Anlagen in Deutschland und anderen Ländern gehören. Als besonderes Schmuckstück unter den Einkäufen aus Europa gilt nach wie vor die Kokerei Kaiserstuhl, die - in Shandong, einer strategisch günstigen Region zwischen den Megametropolen Peking und Shanghai - in einem aufwendigen Puzzlespiel errichtet und bereits wieder in Betrieb genommen worden ist. Mit dem Kauf der Anlage sicherte sich der neue Betreiber Yangkuang zudem alle Zeichnungen und Pläne, die es ihm ermöglichen, die neue Technik überall im Land einzusetzen. Mittlerweile baut der Branchenriese an mehreren Standorten Kokereien nach dem Modell Kaiserstuhl, die je eine Jahreskapazität von zwei Millionen Tonnen Koks zulassen und damit maßgeblich dazu beitragen, den wachsenden Koksbedarf in China und dem Rest der Welt zu decken.
